Unsere Vorbereitungen für den Winter


 

Unser Wohnmobil bleibt im Winter angemeldet, wird aber wenig bewegt.

 

Es hält keinen "Winterschlaf", sondern döst nur vor sich hin! In der Zoologie nennt man das "Winterruhe", also der von häufigeren Wachphasen unterbrochene Winterschlaf. Wer sein Fahrzeug in eine echte Winterpause schickt, muss eventuell andere Vorkehrungen treffen, als wir es tun! Trotz guter Gasheizung bereiten wir unser Fahrzeug auf die kalte Jahreszeit vor. Da wir nicht - wie viele andere - das Auto im Winter total "einmotten", aber auch nicht den ganzen Winter durchheizen möchten (das geht, verbraucht aber sehr viel Gas), treffen wir nur einige "Vorsichtsmaßnahmen", damit möglichst keine Frostschäden entstehen. Wir treiben jedoch keinen großen Aufwand! 

Das WasserSystem trocken legen


Wir entwässern das komplette System:

  • Frischwasser- und Grauwassertank leeren und die Abflusshähne offen lassen. Dazu die Wasserpumpe "trocken" laufen lassen.
  • Heizungsboiler entleeren über das Truma-Thermoventil (Frost Control).
  • Das komplette Leitungssystem durchblasen: Entweder mit einer Pumpe, der Lunge oder dem berühmten "Luftballon". Dabei überprüfen, ob das Rückschlagventil der Wasserpumpe das evtl. verhindert (notfalls Schlauch lösen). Es gibt auch professionelle Lösungen wie das "Floe-Entwässerungssystem" speziell für Wohnmobile und Boote.
  • Toilettenspülung mehrfach betätigen (evtl. schauen, ob noch Wasser im Ventil geblieben ist).
  • Toilettenkassette leeren, reinigen und trocknen lassen.
  • Alle Wasserhähne in Mittelstellung (zwischen Warm- und Kaltwasser) öffnen und offen lassen!
  • Bordelektronik und Wasserpumpe ausschalten!
  • Im Frühjahr daran denken, dass beim ersten Befüllen alle Ablaufhähne (inkl. Thermoventil) zu sind und dass durch das Füllen des Warmwassertanks in der Heizung fast 3-4 Minuten vergehen können, bis Wasser auf der "Warmwasserstellung" des Hebels aus dem Hahn kommt! 

Die Batterie- bzw. Akku-Pflege


Wir haben leider keine Möglichkeit, das Fahrzeug dauerhaft an ein Ladegerät/Batteriewächter anzuschließen. Deshalb müssen wir den Ladezustand unserer Batterien in gewissen Abständen überprüfen. Da wir keine bis wenig Ahnung von Elektrik haben, verzichten wir auf zusätzliche Messgeräte, sondern verlassen uns auf die Anzeige des angeblich ungenauen "Panels" im Auto. 

  • Alle zwei Wochen schaue ich mal nach, was die Anzeige sagt. Wenn sowohl die Fahrzeug- als auch die beiden AGM-Aufbaubatterien noch mehr als 60% (mind. 12,4 V) anzeigen, ist alles gut! Wenn ca. 60-50% noch ein "grünes" Lämpchen) erreicht sind, dann reagiere ich:
  • Da wir einen "Ladebooster" für die Aufbaubatterien haben, fahren wir mit dem Wohnmobil manchmal eine kleine Tour, oder nutzen es statt des Kleinwagens zum Einkaufen bzw. für andere Fahrten. Bereits nach einer halben bis dreiviertel Stunde ist die Startbatterie durch die Lichtmaschine ausreichend geladen und durch den Ladebooster ist auch wieder genügend Strom in den beiden Wohnraumbatterien. 
  • Falls wir das Auto längere Zeit nicht bewegen wollen: Die Ladung über den 230 V "Landstrom" ist noch effektiver - hier man bekommt die Akkus richtig voll! Eine Aufladung alle 4-6 Wochen sollte ausreichen.
  • Unser Solarpanel mit 100 Wp liefert im Winter aufgrund des flachen Einstrahlwinkels der Sonne nur sehr wenig Strom für die Akkus/Batterien! Eventuell kann hier ein zusätzliches mobiles Solar-Faltpanel hinter der schrägen Windschutzscheibe die Nachladung/Erhaltungsladung etwas verbessern.

 

 

Eine kleine Strom-Rechnung:

Was kostet eine Aufladung der drei 95 Ah Batterien bzw. Akkus (1 Starter-Nassbatterie , 2 Aufbaubatterien AGM) über 230V Landstrom, wenn alle drei Batterien noch zu je 50% geladen sind und die Kilowattstunde Strom der Einfachkeit halber 35 Ct (2021) kostet?

  • 3 Batterien mit je 95 Ah Ladekapazität = ca. 300 Ah
  • 50% der Ladekapazität ergeben dann ca. 150 Ah
  • Eine Batterie hat 12 V, deswegen 12 V x 150 Ah = 1.800 Wh = ca 2 kWh
  • 1 kWh kostet ~0,35 €, also 2 kWh = ~0,70 € für die Aufladung von 50% auf 100%

Das ergibt etwa 70 Eurocent für die Vollladung aller drei Batterien, wenn ich den Ladezustand nicht unter 50% fallen lasse. Da die Außensteckdose mit einem Laderegler versehen ist, muss ich mir über eine "Überladung" keine Sorgen machen - der Regler schaltet ab. Ich lasse das Fahrzeug maximal zwei Tage am Strom, dann sind die Aufbauakkus voll und die Startbatterie ist bei etwa 75% (sie wird über Landstrom über das DS300 nie vollständig geladen!).

 

Hinweis zuM Controlpanel CBE PC 150


Beim CBE-Controlpanel PC150 ist es übrigens bei Überprüfung der Ladekapazität der "Aufbau-Batterien" normal, dass nur während des Ladevorgangs über Landstrom oder bei starkem Solareintrag alle vier grünen Lämpchen leuchten. Sobald kein Ladestrom mehr fließt leuchten nach kurzer Zeit jedoch lediglich zwei grüne Lämpchen (75%). Die Akkus sind trotzdem voll geladen und nicht defekt!

 

Der Grund: Die Ladeschlussspannung von AGM-Batterien bzw. AGM-Akkus liegt üblicherweise bei 14,7 V. Die Ruhespannung ohne Ladung fällt aber bereits nach kurzer Zeit auf Werte knapp unter 13 V. Wenn also alle LEDs an sind, dann wird oder wurde bis vor kurzem geladen (Landstrom, Solar, Booster). Das Gleiche gilt für die Starterbatterie - auch hier leuchten lediglich zwei der vier Batterien! Die Starterbatterie (Nassbatterie) kann man über die CEE-Landstromsteckdose (über das DS300) nicht ganz voll laden. Bei unserem Fahrzeug sind am Display nur max. 2 grüne Lämpchen an , der am Zigarettenanzünder gemessene Ruhestrom liegt dann so etwa bei 12,5 bis 12.6 V.

Weitere sinnvolle Massnahmen im Winter


Unser Kastenwagen wird im Winter kaum bewegt. Deshalb ist es sinnvoll, noch ein paar andere Dinge zu beachten, damit es nach längerer Standzeit keine bösen Überraschungen gibt:

  • Alle Klappen und Türen im Fahrzeug öffnen, damit keine Staunässe durch Kondenswasserbildung entsteht.
  • Regelmäßig für gute Durchlüftung sorgen.
  • Wir haben zusätzlich noch einen großen "Luftentfeuchter"-Beutel im Auto liegen, den ich einmal im Monat im Ofen wieder trocknen lasse. Es ist erstaunlich, wieviel Wasser in der Raumluft sein kann!
  • Bettzeug abziehen und nicht im Auto lassen.
  • Saugende Materialien wie Toilettenpapier, Küchenrollen und Schwammtücher nicht im Fahrzeug lassen.
  • Controlpanel ausschalten oder zur Not die Aufbau-Hauptsicherung ziehen.
  • Bei längeren Standzeiten des Fahrzeugs ist es sinnvoll, den Reifendruck zu erhöhen, damit es nicht zu Verformungen der Reifen kommt. Eventuell sollte man auch die Handbremse nicht anziehen (Fahrzeug aber gut sichern!), damit die Bremsen nicht festrosten. 
  • Die Tür-, Fenster- und Dachlukendichtungen mit Wasser reinigen, trocknen und mit Gummipflegemittel (kein Silikon! sondern Talkum, Vaseline, Hirschtalg, o.a.) behandeln, damit sie geschmeidig bleiben und nicht anfrieren.
  • Dieseltank möglichst mit "Premium"-Diesel (Winterqualität) füllen: Der Standard-Diesel ist der billigere Kraftstoff, der bis zu 7% „Biodiesel“ enthalten darf. Biodiesel ist günstiger , aber nicht umweltfreundlicher - er besteht nicht aus Mineralöl, sondern aus  "umgeesterten" pflanzlichen oder tierischen Fetten und Ölen mit einwertigen Alkoholen wie Methanol oder Ethanol. Fürs Überwintern empfiehlt sich jedoch der syntetische Premium-Diesel, der enthält Additive, also Zusätze, die den Kraftstoff "elastischer" und "besser brennbar" machen und auch die "Dieselpest" verhindern.