Länder: Australien ... soll hier mal den Anfang machen

Australia Uluru Australien Ayers Rock

Zur akustischen Einstimmung auf die unterschiedlichen Vegetationszonen und Tierarten Australiens klicken Sie bitte auf die grünen Links.

 Am unteren Ende dieser Seite gibt es noch einige digitalisierte Dias aus Australien.

Terra Australis - Downunder
Wer mich kennt weiß, dass es mir dieser Kontinent besonders angetan hat. Bei der Planung meiner einjährigen Weltreise nach dem Abitur und der ersten Lehre, war ich mit meiner damaligen Freundin spontan einig: Es musste in jedem Fall auch nach Australien gehen. Bei ihr war es der ausgewanderte Onkel, der in Perth wohnte und bei mir natürlich die vielen Vogelarten, Schlangen und Reptilien. Ich denke, wir beide haben diese Entscheidung nicht bereut. Mich hat das unglaublich weite und einsame Land derart fasziniert, dass ich nach dem ersten 6-monatigen Aufenthalt in 1988 immer wieder dorthin "zurück" musste. Immer hatte ich den Eindruck "nach Hause" gekommen zu sein. Die letzte Reise dorthin liegt nun leider schon einige Jahre zurück, aber ich hoffe, dass ich in meinem verbleibenden Leben vielleicht doch noch einmal einen riesigen Schwarm freifliegender Königssittiche über den Baumwipfeln eines der wenigen verbliebenden Regenwaldgebiete im Osten des Landes, oder einen jagenden Perenty-Riesenwaran im roten Sand des Outbacks erleben darf. Das waren immer echte Momente des Glücks für mich :-)
 
Flora
Der australische Kontinent hat eine eigene, ausgeprägte Vegetation, die "Flora Australis" mit ca. 20.000 verschiedenen Pflanzenarten. Mehr als 90 Prozent der hier nachgewiesenen Pflanzenarten sind endemisch, d. h., sie kommen ausschließlich in Australien vor. Die Pflanzenwelt des Kontinents kann man in drei Vegetationszonen einteilen: Die tropische Zone verläuft entlang der nördlichen Begrenzung des Kontinents bis etwa zur Hälfte der Ostküste. Die gemäßigte Zone erstreckt sich über die südöstliche Küstenebene und Tasmanien und zieht sich an der Ostküste in nördlicher Richtung bis zur tropischen Zone. Die Trockenzone bedeckt den gesamten mittleren, ariden Bereich und den Westen des Kontinents.
 
Die, in den Monsunklimabereich fallende tropische Zone ist relativ stark bewaldet. An der nordöstlichen Küste von Queensland einschließlich der Cape York Peninsula kommen noch inselartig Regenwälder vor. Palmen, Farn- und Rebengewächse wachsen zwischen Eichen, Eschen und Zedern. Mangrovenwälder findet man entlang der flachen nördlichen Küstenlinie. Weiter landeinwärts dominiert die Savannenlandschaft mit niedrigwüchsigen Bäumen, die hauptsächlich zu den Hartlaubgewächsen gehören und für die australische Flora typisch sind.
 
Die gemäßigte Zone ist überwiegend Buschlandschaft aus Hartlaubgehölzen. Häufig sind hier Mallee- und andere Scrubarten, strauchförmige Sandheide- und Waldgebiete mit für gemäßigtes Klima typischem Pflanzenbewuchs. Die alpine Vegetation kommt in den Australischen Alpen und den Berglandschaften von Tasmanien vor. An der Ostküste entlang bis einschließlich Tasmanien gibt es Bestände aus Kiefern und anderen Koniferen. Von den Kiefern, die überwiegend eingeführt wurden, sind die Arten Huon und King William besonders wegen der Nutzholzverwertung von forstwirtschaftlicher Bedeutung. Mittlerweile gehören die Huonkiefern zu den selten gewordenen Arten und werden (besonders auf Tasmanien) großflächig von der Rodung ausgeschlossen. In den Bewaldungsflächen der warmen und gut bewässerten südöstlichen und südwestlichen Bereiche überwiegen die Eukalypten, von denen es über 700 Arten gibt und die bei bestimmten Arten eine Höhe von über 90 Metern erreichen können. Die Südwestküste zeichnet sich durch eine besonders große Artenvielfalt aus.
 
In der Trockenzone herrschen semiaride Strauchsavannen, Buschsteppen und Grasflächen mit Hartlaubgewächsen vor. Weite Landstriche sind jedoch auch nahezu vegetationslos. An die Trockenheit sind besonders die tiefwurzelnden Eukalypten angepasst. Der Jarra- und der Karrieukalyptus, die vor allem wegen ihres harten und beständigen Holzes geschätzt werden, sind typisch für den Pflanzenbewuchs in Westaustralien. In den trockenen Regionen im Landesinneren gedeihen unter anderem auch rote und grüne Kängurupfoten, duftende Boronien, Wachsblumen, Flaschenbäume, Lampenputzerbäume und kleinere Eukalyptusarten sowie Eisenrindenbäume sowie über 500 Akazienarten. Die Blüte der gelb blühenden australischen Akazie, die zur Nationalblume ernannt wurde, erscheint auch auf dem offiziellen Landeswappen. Die für das Landesinnere charakteristischen Pflanzen sind Hartlaubbüsche und Büschelgräser (Spinifex), die Schafen als Weidepflanzen dienen, sowie Mallee-Scrubs und Mulgasträucher.
 
Neben der einheimischen Flora sind in Australien knapp 2000 Neophyten, also durch Siedler eingeführte Pflanzenarten anzutreffen, von denen die meisten auf Grund der zunehmenden Entwicklung von Land- und Weidewirtschaft oder der Errichtung großer Anpflanzungen von wirtschaftlich nutzbaren Weichhölzern ins Land kamen. Obwohl die australische Pflanzenwelt eine ungeheure Artenvielfalt aufweist, ist die Bewuchsfläche des Landes seit der Ankunft der ersten europäischen Siedler im Jahr 1788 dramatisch geschrumpft. Man nimmt an, dass zur Zeit der Besiedlung durch die ersten Europäer bis zu einem Viertel des Landes von Wäldern, Savannenwäldern und Buschbeständen bedeckt war. Allerdings war nur ein geringer Bruchteil der natürlichen Vegetation wirtschaftlich wertvoll. In den darauf folgenden 200 Jahren wurde ein großer Teil der einheimischen Flora entfernt, um so Raum für eine Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung zu schaffen.
 
Diese Entwicklung hat neben der Problematik der Bodenerosion auch das Aussterben von bisher fast 90 einheimischen Pflanzenarten zur Folge gehabt. Weitere 800 Arten sind vom Aussterben bedroht. Viele der in Australien beheimateten und auf bestimmte Pflanzenarten spezialisierten Tierarten wurden durch den Verlust wertvollen Lebensraums so stark beeinträchtigt, dass sie vom Aussterben bedroht sind.
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Fauna
"Windhunde, die wie Grashüpfer sprangen, Schwäne, die schwarz anstatt weiß waren, Fell tragende Wassermolche mit entenähnlichen Schnäbeln, die auch noch Eier legen sollen, Riesenvögel, die nicht fliegen können und Füchse, von denen behauptet wird, sie könnten es..."  -  so der Kommentar der ersten europäischen Besucher Australiens.

Tatsächlich beherbergt Australien zahlreiche sonderbare Tiere: Unter den über 250 Säugetierarten gibt es die endemisch vorkommenden Beuteltiere mit ca. 130 Arten, 190 Frosch-, 180 Fischarten, ca. 500 Echsen- und 165 Schlangenarten etwa 780 Vogelarten und mehr als 50000 Insekten- und Spinnenarten.

Im Gegensatz zum Nachbarn Neuseeland, wo es keine einzige gefährliche oder gar giftige Tierart gibt, muss man in Australien beim "Bushwalking" etwas vorsichtiger sein: Knapp zwei Drittel aller dort beheimateten Schlangen sind giftig und 25 Arten für den Menschen gefährlich. Neben den beiden tödlichsten Landschlangen der Welt, der Fierce Snake und dem Taipan, gehören die "Brown Snakes" Tigerotter, Todesotter, King Brown-Schlange und die Kupferkopfschlange zu den weiteren Top Ten der giftigsten Schlangenarten. Aus dem Spinnenreich waren Trichternetz- und Rotrückenspinnen für mehrere Todesfälle verantwortlich. Ebenfalls tödlich kann das Gift des Jelly Box Fish (Seewespe) sein, einer Würfelquallenart, die zu bestimmten Jahreszeiten an der Nord- und Nordostküste häufig anzutreffen ist.

Nicht giftig, aber alles andere als harmlos ist das australische Leistenkrokodil (Salzwasserkrokodil), mit dem wirklich nicht zu spaßen ist. Immer wieder kommt es zu tödlichen Zwischenfällen in Nordaustralien. Sein Verwandter, das Süßwasserkrokodil ist dagegen recht harmlos, man kann sogar mit ihnen im selben Wasserloch schwimmen - da bekommt es dann auch keiner mit, wenn man sich doch vor Angst in die Hosen macht. Das mit dem Süß- und Salzwasser ist zudem auch keine Lebensversicherung: "Salties" haben manchmal die äußerst dumme Angewohnheit, aus dem Meer kommend Hunderte von Kilometern flussaufwärts ins Landesinnere zu schwimmen und von dort aus zu Fuß "Billabongs", also Süßwasserpools aufzusuchen. Das hört sich jetzt dramatischer an als es ist: Man begegnet Giftschlangen ist nicht so häufig und fast alle Arten (mit Ausnahme des Taipan und soviel ich weiß, auch der Kupferkopfschlange) versuchen vor dem Menschen zu flüchten. Bei unbekannten und trüben Gewässern sollte man jedoch auf Grund möglicher Krokodilvorkommen beim Wasserschöpfen und Baden entsprechend vorsichtig sein. Mir persönlich sind einige Male giftige Schlangenarten über den Weg geschlichen, ich habe oft die Trichternetze des "Funnelweb-Spider" gesehen und häufig Krokodile fotografiert. Passiert ist dabei nie etwas. Mit Menschen hatte ich jedoch mehrfach unangenehme und auch nicht immer ungefährliche Begegnungen.
Aber dazu später mehr ...

Die einzigen Eier legenden Säugetiere der Welt, die primitiven Kloakentiere (Monotremata), das Schnabeltier (Platypus) und der Australische Ameisenigel (Echidna), der außerdem auch in Neuguinea zu finden ist, gehen biologisch auf die Fauna des Gondwanalandes zurück. Das Schnabeltier, das eine zoologische Kuriosität darstellt, ist ein im Wasser lebendes Säugetier mit Fell, dessen breiter, zahnloser Hornschnabel ungefähr dem einer Ente gleicht. Es besitzt Füße mit Schwimmhäuten, an deren Fersen jeweils ein Giftdorn sitzt. Es lebt vorwiegend in den Süßgewässern Südostaustraliens.

Die für Australien sicherlich charakteristischsten einheimischen Säugetiere sind die Beuteltiere (Marsupialia), deren Junge in einem Brutbeutel (Marsupium) heranwachsen und dort bis zum Ende der Säugezeit mit der mütterlichen Zitze verbunden bleiben. Beuteltiere gibt es zwar auch in Südamerika, die australischen Beuteltiere haben jedoch praktisch alle biologischen Nischen der Säugetiere ausgefüllt. Das bekannteste australische Beuteltier ist das Känguru, das etwa 50 verschiedene Arten umfasst und seinen Lebensraum sowohl in der gemäßigten als auch in der tropischen Klimazone hat. Das Rote Riesenkänguru kann eine Höhe von bis zu 2,1 Metern erreichen und bis zu neun Meter weite Sprünge ausführen. Kängurus, deren natürlicher Lebensraum sich ursprünglich auf waldreiche Gebiete und halbaride Buschlandschaften beschränkte, gehören zu den wenigen einheimischen Tierarten Australiens, die von der Zunahme der Weidelandflächen profitieren konnten. Die Kängurupopulation hat sprunghaft zugenommen, so dass die Zahlen mittlerweile durch kontrollierte Bejagung eingeschränkt werden müssen. Das Wallaby, die Kängururatte und das Baumkänguru sind die kleineren Vertreter der Familie der Kängurus. Zu den Kletterbeutlern, den Pflanzen fressenden und baumbewohnenden Beuteltieren, gehören das Possum und der Koala. Koalas ernähren sich ausschließlich von den Blättern einiger weniger Eukalyptusbaumarten und gehören in Australien zu den geschützten Tierarten, da die Population durch den Verlust des natürlichen Lebensraumes bedroht ist. Weitere ebenfalls bekannte Beuteltiere sind der Wombat, der Beuteldachs (Bandicoot) und die Beutelmaus. Raubbeutler sind nur auf der Insel Tasmanien anzutreffen und umfassen u. a. den Beutelteufel (Tasmanischer Teufel), den Ameisenbeutler und den Fleckenbeutelmarder.
 

Der Dingo nimmt eine besondere Rolle ein. Er ist kein einheimisches Säugetier, sondern vor mehreren tausend Jahren mit dem Menschen nach Australien gekommen. Die Wissenschaft streitet sich, ob es vor 8.000 oder gar schon vor 15.000 Jahren war. Tatsache ist jedoch, dass der Dingo nicht zu den echten Wildhunden gehört, sondern zu den domestizierten Haustieren, die dann wieder verwildert sind. Es existieren auch unterschiedliche Farbvarianten (neben der häufigsten gelben gibt es auch schwarze und fast weiße Fellfarben). Die nicht zu verhindernde Kreuzung mit Haushunden wird dafür sorgen, dass die "ursprüngliche Rasse" immer mehr verloren gehen wird. Neben Dingos findet man noch mehr verwilderte Tierarten, die der Mensch ins Land brachte und die teilweise immense Probleme für die einheimischen Arten darstellen. Dazu gehören Dromedar, Wasserbüffel, Wildschwein, Pferd (Brumby), Fuchs, Katze, Hase, Kaninchen und viele andere. Heute versucht man mit großem Aufwand und immensen Kosten, diese eingeführten Arten drastisch zu reduzieren. Die Ausrottung zum Schutz endemischer Arten wird leider nicht mehr möglich sein.

Für mich als begeisterten Ornithologen waren es tatsächlich die Vögel, die mich nach Australien fliegen ließen. Unter den rund 780 registrierten (gesichteten) Arten gibt etwa 570 Brutvogelarten. Bemerkenswert ist die Tatsache, das über 60% der Vogelarten endemisch sind, d.h. sie brüten ausschließlich auf dem australischen Kontinent. Typische Vertreter sind z.B. Emus, Kasuare, Großfußhühner, Kakadus, Sittiche, Leierschwänze (die besten Stimmimmitatoren der Vogelwelt), Honigesser, Paradies- und Laubenvögel, u.v.a.m.  

           

(Einige Textquellen u. Informationen aus dem Internet u. div. Büchern)

Roy Walker 1989

Kunnunurra, Western-Australia

 

Roy war einer der letzten legendären Stockmen (australische Bezeichnung eines Cowboys). Noch zu Lebzeiten bekam er für seine Verdienste als "Pionier des Outbacks" eine lebensgroße Bronzestatue in Perth. Ich denke, etwas Geld wäre ihm lieber gewesen. Ich habe ihn 1989 auf seiner heruntergekommenen Ranch in Western-Australia getroffen, wo er versuchte, sich mit einer kleinen Pferdezucht und dem Verkauf von eingefangenen und zugerittenen Wildpferden ("Brumbies") über Wasser zu halten. Die Geschichten, die er vom Leben im "Australian Bush" erzählte, waren super spannend.

Google Maps Australia
Rote Linien: Meine Reiseroute. Blaue Ziffern: Besuchte Nationalparks.
 
1. Kangaroo Island
2. Grampians National Park
3. Wilsons Promontory National Park
4. Kosciusko National Park
5. Warrumbungle National Park
6. Blue Mountains National Park
7. Lamington National Park / Bunya Mountains
8. Fraser Island
9. Carnavon National Park / Blackdown Tableland
10. Great Barrier Reef National Park
11. Cape York / Atherton Tableland
12. Kakadu National Park / Litchfield National Park
13. Katherine Gorge National Park
14. Uluru National Park / Kings Canyon / Western MacDonnells Range
15. Purnululu National Park (Bungle Bungle)
16. Geikie Gorge / Windjana Gorge
17. Nambung National Park
18. Southwest Botanical Province
19. Southwest National Park / Cradle Mountain-Lake St. Claire N.P.

-1- Kangaroo Island National Park:

Mit rund 4350km² ist Kangaroo Island Australiens drittgrößte Insel. Nur etwa 120km von Adelaide entfernt ist sie allerdings auch ein Touristen-Spot geworden. Es gibt dort bizarre Felsformationen und abwechslungsreiche Küsten zu bewundern. In den gut erschlossenen 17 Schutzgebieten kann man u.a. sehr gut Kangaroo Island–Kängurus (was meint Ihr wohl, warum die Insel so heißt?), Tammarwallabies, Koalas, Hühnergänse, Braunkopfkakadus und eine große Kolonie von Australischen Seelöwen beobachten. Das bekannteste Schutzgebiet ist der 73.662ha große Flinders Chase Nationalpark im Osten der Insel.

 

-2- Grampians National Park:

Der mit 167.000ha größte Nationalpark Victorias ist etwa vier Autostunden von Melbourne entfernt. Der aus fünf parallelen Gebirgszügen zusammengesetzte und über 1200m hohe Gebirgsstock beherbergt die verschiedensten Landschafts- und Vegetationstypen. Besonders prächtig sind die häufigen Wildblumenvorkommen. Neben 35 Säugetierarten, darunter auch viele Koalas, beherbergt der Park auch noch knapp 200 Vogelarten. Durch die recht gute Infrastruktur mit 160km Wanderwegen sind auch die wichtigsten Fundstätten von Felsmalereien der ursprünglich dort lebenden Aborigenes gut zu erreichen.

 

-3- Wilsons Promontory National Park:

Der "Prom" ist mit seinen über 130 km Küstenlinie mit weißen einsamen Stränden, geschützten Buchten sowie dichtbewaldeten Bergketten und flechtenbedeckten Granitfelsen für mich einer der sehenswertesten Parks in Australien. Neben Koalas, Emus, Nacktnasen-Wombats und verschiedenen Känguruarten sind hier über 270 Vogelarten beobachtet worden. Der Park verfügt über ein schönes Wegenetz, das sowohl schöne Tagestouren als auch eine Vielzahl von mehrtägigen Touren zulässt. Zu den Vegetationsformen des "Proms" zählen Regenwälder, Hartlaubwälder, Strauch- und Baumheiden.

 

-4- Kosciusko National Park:

Das "Dach Australiens" ist mit 650.00ha und einer Ausdehnung von 160km x 40km einer der größten Parks des Landes. Er umfasst Höhenstufen von 200m bis 2229m mit 11 Gipfeln, die sogar die 2000m Marke knapp übertreffen. Der höchste Berg Australien ist der Mt. Kosciusko, der dem Park den Namen gab. Entsprechend vielfältig ist hier die anzutreffende Flora und Fauna. Im Winter ist das Gebiet auf ca. 100.000ha schneebedeckt und läd zum Ski fahren ein. Wichtig für Wanderer: Auch im Hochsommer auf Grund der möglichen und schnellen Wetterumschwünge immer entsprechende Kleidung mitnehmen.

 

-5- Warrumbungle National Park:

"Warrumbungle" bedeutet in der Sprache der Ureinwohner soviel wie "krumme Berge". Die seltsamen Formen sind frühen Vulkaneruptionen zu verdanken. Der wunderschöne, etwa 22.000ha große Park beherbergt etwa 70 Reptilien-, 190 Vogel- und einige Säugetierarten. Es gibt zahlreiche Rundwanderwege.

 

-6- Blue Mountains National Park:

Nur 100km von Sydney bietet dieser Park am Rand des Cumberlandbeckens neben schroff abfallenden Sandsteinklippen und traumhaften Wasserfällen auch ein riesiges Waldgebiet. Die Fläche des touristisch recht gut erschlossenen Parks umfasst eine Fläche von knapp 237.000ha. Das Sandsteingebilde der "Three Sisters" gehört neben den "Twelve Apostel" an der Küste nördlich von Melbourne und dem "Ayers Rock" zu den meist fotografierten Motiven des Landes.

 

-7- Lamington National Park:

Der 20.000ha große Hochlandregenwald-Park liegt ca. zwei Autostunden von Brisbane entfernt. Es gibt über 500 Wasserfälle, üppige subtropische Vegetation, spektakuläre Ausblicke und viele Tierarten zu sehen. Besonders groß sind hier die Vorkommen von Pennantsittichen, Königssittichen und Gelbohrkakadus. Nach den häufigen und starken Regenfällen, hat der Wanderer aber auch mit Hunderten von Blutegeln an Beinen und leider auch anderen Körperstellen zu kämpfen. Ich habe schon Leute getroffen, die deswegen schier durchgedreht sind. Ist kein Scherz!

 

-8- Fraser Island National Park:

Die größte Sandinsel der Welt mit einer Fläche von etwa 172.000ha liegt rund 270km nordöstlich von Brisbane. Die Dünen erreichen eine Höhe von bis zu 240m. Die mehr als 200km langen weißen Sandstrände laden zum Verweilen ein. Leider ist in der Hauptsaison touristisch recht viel auf der Insel los. Unwissende oder schlecht informierte Besucher haben einige der dort lebenden Dingos angefüttert – mit dem Erfolg, dass es schon mehrfach zu Biss-Verletzungen gekommen ist. Die betroffenen Dingos, die eigentlich nur ihrem natürlichen Verhaltensmuster folgten und die "Beute" verteidigten, wurden erschossen!

 

-9- Carnavon National Park:

Dieser nur nach langer und anstrengender Autofahrt zu erreichende 223.000ha große Park liegt rund 750km nordwestlich von Brisbane im trockenen zentralen Hochland Queenslands. Die steilen Schluchten mit ihren kristallklaren Quellen haben den Charakter einer traumhaften Oase mit sattem Grün und hohen Palmen.

 

-10- Great Barrier Reef National Park:

Dieser über 2000km lange Korallenriffkomplex mit einer Vielzahl von Einzelriffen ist das artenreichste marine Ökosystem der Welt. Man entdeckte hier bisher über 1500 Fisch-, 4000 Schnecken- und Muschelarten sowie unzählige Korallenformationen. Von den touristischen Zentren Townsville und Cairns aus hat man den besten Zugang zum Riff.

 

-11- Cape York Peninsula / Atherton Tableland:

Die Cape York Halbinsel ist vielleicht eine der letzten großen Wildnisse Australiens. Dieses über 200.000 km² große Gebiet ist mit knapp 15.000 Einwohner nur sehr dünn besiedelt. Der Artenspektrum ist auf Grund der großen Lebensraumvielfalt entsprechend groß. Man hat hier mehr als 90 Säugetierarten gefunden und die Region bietet mehr als der Hälfte aller australischen Vogelarten eine Heimat. An den Küsten und in den Flussmündungen sind oft Leistenkrokodile zu beobachten. Mit 6-7m Länge gehört es zu den größten und aggressivsten Krokodilarten.

Das Atherton Tableland in der Nähe von Cairns ist ein fruchtbares Hochplateau mit interessanten vulkanischen Formationen mit vielen kleineren Schutzgebieten der Restvorkommen tropischen Hochlandregenwalds, die trotz der geringen Flächen noch eine enorme Vielfalt an Tieren und Pflanzen Unterschlupf bietet.

 

-12- Kakadu National Park / Litchfield N.P.:

Der Kakadu National Park ist mit 20.000km² der größte Nationalpark Australiens und "UNESCO-Welt-Naturerbe". Es ist eine Landschaft der Extreme: Von überschwemmten Feuchtgebieten bis hin zu trockenen Sandsteinplateaus bietet der Park fast alles. Die Artenvielfalt ist einzigartig. So findet man hier 50 Säugetier- und ca. 275 Vogelarten. Darüber hinaus ist der Park wegen seiner zahlreichen Felsmalereien der Ureinwohner berühmt. Den besten Parkzugang hat man über Darwin, das 250km vom Kakadu National Park entfernt liegt.

Rund 100km südlich von Darwin ist der Litchfield National Park zu besichtigen. Der 65.700 ha große Park zeichnet sich durch viele wunderschöne Wasserfälle aus. Interessant sind die hier anzutreffenden Bauten der Magnettermiten, die ihre Hügel nach dem Erdmagnetismus ausrichten.

 

-13- Katherine Gorge National Park:

Der Katherine River hat sich vor Urzeiten hier eingegraben und die Landschaft geprägt. Es ist ein System von 10 bis 100m tiefen Schluchten. Man kann hier sehr gut Süßwasserkrokodile (Johnson Freshwater Crocodile) aus dem Boot heraus beobachten. Der Park hat eine Größe von mehr als 180.000ha.

 

-14- Uluru National Park / Kings Canyon N.P. / Western MacDonnells:

Der Uluru National Park ist der meistbesuchte Nationalpark Australiens. Das liegt hauptsächlich an der Sehenswürdigkeit schlechthin: Dem Uluru (Ayers Rock) und den Felsendomen der Kata Tjuta (Olgas). Berühmt ist das Farbenspiel bei Sonnenuntergang. Uluru ist seit Jahrtausenden die Zeremonialstätte der Ureinwohner Zentralaustraliens. Jedes Detail des Felsen hat für sie eine bestimmte Bedeutung. Aus diesem Grund sollte man ihr Allerheiligstes nicht besteigen und dadurch schänden!

Etwa 350km von Alice Springs liegt der Kings Canyon Nationalpark. Dieser reizvolle Canyon ist – wenn auch wesentlich kleiner – deutlich älter als der Grand Canyon in Amerika. Man schätzt sein Alter auf etwa 360 Millionen Jahre.

Die Western MacDonnells sind eine bizarre Landschaft eines alten erodierten Gebirges. Es gibt eine Vielzahl tiefer und kühler Schluchten mit Restbeständen ehemaliger inneraustralischer Wälder. Man findet hier u. a. Palmen und Palmfarne, ein reiches Vogelleben sowie viele Schlangen- und Echsenarten.

 

-15- Purnululu National Park: "Bungle Bungle":

Eine grandiose Schöpfung der Natur. Erst vor zwei Jahrzehnten touristisch entdeckt, sind diese Gesteinsformationen mittlerweile die Hauptattraktion Westaustraliens. Der Park hat eine Größe von 320.000ha, wobei das eigentliche Massiv der Bungle Bungles nur ein Areal von etwa 45.000ha einnimmt. Viele Hundert Felskuppeln und Pyramiden aus, von Konglomeratbändern durchzogenem, weichem hellem Sandstein bilden ein äußerst empfindliches Gebilde der Natur. Hoffentlich wir der künftig zu erwartende Massentourismus entsprechen gesteuert, um diese einmalige Landschaft zu erhalten.

 

-16- Geikie Gorge / Windjana Gorge:

Diese beiden Parks sind kleine, aber wunderschöne Schluchten eines Ur-Korallenriffs. In dieser romantisch anmutenden Landschaft lassen sich neben vielen Vogelarten besonders die Süßwasserkrokodile sehr gut beobachten.

 

-17- Nambung National Park:

Die "Pinnacles" des Nambung Nationalparks sind die Attraktion der Westküste, ca. 250km von Perth, der Hauptstadt Westaustraliens entfernt. Diese eindrucksvollen Kalksäulen in Strandnähe sind durch Erosion freigelegte, durch Kalk verbackene Wurzelsysteme ehemaliger Vegetation. Das Gebiet ist allerdings recht klein.

 

-18- Southwest Botanical Province:

Diese Region umfasst mit knapp 310.000km² den ganzen Südwestzipfel um Perth. Hier kommen etwa 4000 überwiegend endemische Pflanzenarten vor. Neben dieser Wildblumenpracht findet man auch Hartlaubwälder und die bis zu 90m hohen Karri-Bäume, die zu den höchsten der Welt gehören.

 

-19- Southwest National Park / Cradle Mountain – Lake St. Claire N.P. Tasmanien:

Diese ebenfalls zum "Erbe der Menschheit" zählende spektakuläre tasmanische Berglandschaft ist vielleicht eines der letzten kaum erforschten Gebiete auf der Erde. Man findet hier 'kühlgemäßigte' Regenwälder, hohe schneebedeckte Gipfel, endlose Moore und Heiden mit glasklaren Seen.

 

Reisen in Downunder

Nach mitteleuropäischen Maßstäben ist Australien ein Land von riesigen Dimensionen. Nord-südlich erstreckt es sich über 3.700km, west-östlich über 4.000km und ist mit 7.686.420km² der sechstgrößte Staat der Erde. Das Gefühl für Entfernungen geht einem verloren, wenn man an einem Roadhouse, einer australischen Outback-Tankstelle nach dem nächsten Ort fragt und die Antwort lautet: "...nicht weit, nur gerade der Straße folgen und dann links abbiegen" und man dann nach über zehn anstrengenden Stunden und mehr als 500km Schotterpistenfahrt gerade mal wieder auf ein einsames Roadhouse trifft.

Die Art und Weise der Fortbewegung will insbesondere beim Reisen durch das Landesinnere auf Grund der großen Entfernungen, der klimatischen Verhältnisse und der materialfressenden Waschbrett-Sandpisten gut überlegt sein. Lebenswichtig kann mancherorts eine sorgfältige Planung der Wasser-, Nahrungsmittel- und Treibstoffversorgung sein.

Ich habe den Kontinent seit 1988 mehrfach bereist und bin insgesamt mehr als 12 Monate mit Auto, Motorrad, Fahrrad, per Anhalter und über weite Strecken auch zu Fuß unterwegs gewesen. Wandern kann man aber meines Erachtens nur in Küstennähe, auch mit dem Rad sollte man sich auf die dichter besiedelten Regionen beschränken und den enormen Trinkwasserbedarf in den ariden Klimazonen keinesfalls unterschätzen. Ich habe manchmal 10 Liter Wasser pro Tag benötigt, um meinen Flüssigkeitsbedarf einigermaßen zu decken. Einige Male hatte ich mich verkalkuliert, aber Glück gehabt: Ich fand wenigstens noch Viehtränken mit verkeimtem Wasser, das ich aber mit einem Katadyn-Wasserfilter aufbereiten konnte. Alles kein Problem, wenn gut vorbereitet!

Der direkte Größenvergleich Australien vs. Europa macht deutlich, dass man sich bei einem 4-6 wöchigen Urlaub eigentlich nicht allzuviel anschauen und bereisen kann. Meiner Erfahrung nach ist der häufigste Fehler, den viele Individualtouristen machen, dass die Entfernungen unterschätzt werden. Die Strecke Sydney - Melbourne zum Beispiel sieht auf der Karte nicht so riesig aus und manch einer meint, mal kurz an einem Tag von einem zum anderen Ort fahren zu können. Tatsächlich dauert das aber mindestens 2-3 Tage - vorrausgesetzt, man möchte zwischendurch auch mal anhalten und sich etwas anschauen.

 

© Jörg Rüblinger




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© Jörg Rüblinger